#15 Loslassen und Neues beginnen: Meine Regenschirm-Metapher und warum es wichtig ist neue Wege zu gehen!

Vergangenes loslassen und neu starten – hört sich in der Vorstellung viel angenehmer und faszinierender an, als es dann häufig in der Umsetzung ist. Doch Neuanfänge können nicht nur etwas sehr Heilsames sein, sondern auch der Beweis, dass im Leben nur das Beste auf uns wartet. Wie mir bei meinem letzten Neuanfang ein Regenschirm half und warum Loslassen in Wahrheit eine riesen Befreiung bedeutet, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Ich bin kein Freund von Loslassen. Außer es handelt sich dabei um wirklich unnötiges Zeug, wie alte Klamotten oder hässliche Kerzenständer, die ich a) überhaupt nie geschenkt haben wollte und b) wirklich nicht mehr sehen kann. Dann schaffe ich es sogar ziemlich schnell diese zu entsorgen – sehr zum Leidwesen meiner Mutter. Doch mit was ich wirklich Schwierigkeiten habe ich das Loslassen von Menschen, schlechten Erfahrungen oder auch unrealistischen Ziele. Denn ich tendiere in den meisten Fällen dazu, lieber immer weiter gegen ein und die selbe Betonwand zu rennen und mir noch mehr Verletzungen zuzuziehen, als aufzugeben und in etwas anderes (oft viel sinnvolleres!) meine Zeit zu investieren – you know what I mean?

Vor ein paar Wochen hat es dann endlich mein Regenschirm geschafft, mir die Augen zu öffnen.
Bei meiner mittäglichen Spazierrunde mit einer meiner Lieblingskolleginnen (Grüße gehen an dich, Susi!) fing es heftig an zu regnen und zu stürmen. Da ich ja eine sehr vorausschauende Persönlichkeit bin, trug ich meinen rosa-gepunkteten Regenschirm schön brav mit mir. Vielleicht kennst du das auch: die ersten 10 Minuten vom Regen denkst du dir noch so „Ach, das hört gleich wieder auf. Bevor ich jetzt meinen Regenschirm unnötig aufmache halte ich das noch durch.“

Lass los und du wirst sehen, dass alles nur halb so wild ist

Nach 11 Minuten bist du jedoch genervt (und in den meisten Fällen auch schon ziemlich nass) und öffnest dann doch den (in meinem Fall ziemlich kaputten) Schirm. Dann kann es passieren, dass der Regenschirm bei der ersten kleinen Windböe sich direkt in alle Richtungen verbiegt und die gestressten Autofahrer dadurch endlich einen Grund haben, um wenigstens einmal am Tag herzlich loszulachen. Denn sind wir mal ehrlich, wer amüsiert sich schon nicht über eine (ohnehin schon nasse) Spaziergängerin, die definitiv nicht ihren Schirm unter Kontrolle hat und trotzdem noch versucht einen souveränen Eindruck zu machen – ja ne, ist klar!

Jedenfalls gab ich es auf der Hälfte der Strecke auf, nachdem auch Susi sich schon vor Lachen bog und wir mindestens an 5 Mülleimern bereits vorbei gelaufen waren (O-Ton Susi: „Schmeiß den Scheiß jetzt weg, Miriam!“).
Der 6. Mülleimer würde mein Ziel werden. Mit voller Wucht und einer latent aggressiven Haltung klatschte ich den Schirm in das graue Metall-Ding am Wegesrand. Pah, das hast du nun davon, dass du mir keine treuen Dienste mehr leisten willst! Ab morgen beschreite ich mein Leben mit einem neuen Regenschirm. Blöd nur, dass der Regen mir bei dieser Aktion nicht den Rücken stärken wollte und stattdessen weiter munter vor sich hin plätscherte. Die bevorstehenden 4 Stunden in nassen Klamotten und triefenden Schuhen im Büro zu sitzen war genau mein Ding – thank you!

Funfact dazu am Rande: Ich weiß jetzt dank dieser Aktion, dass die Oberursel-Müllabfuhr wohl nur alle 2 Wochen die Mülleimer auf diesem Weg entleert, denn ich musste mir danach fast täglich dieses Regenschirm-Grauen anschauen, wenn wir unsere Runde drehten („Oh schau mal Miriam, da liegt ja immer noch dein Regenschirm!“ – klasse.)

Mut für Neues in deinem Leben: Was hast du zu verlieren?

Okay an dieser Stelle kann ich jetzt wohl schlecht mit dem Kauf eines neuen Rossmann-Regenschirms symbolisieren, dass sich der Mut für neue Entscheidungen immer lohnt – das wäre wohl etwas weit ausgeholt.

Doch weißt du was? Jede Entscheidung, die wir treffen birgt nur 5% Gefahr, dass sie scheitern könnte bzw. unsere Befürchtungen wahr werden. Seit meinem Abitur begleitet mich nämlich folgendes Lebensmotto, das mir immer wieder Mut für Neuanfänge macht:

95% aller Befürchtungen treten nie ein!

Ja, es tut verdammt weh alte Wege zu verlassen!
Ja, wir wissen nicht, ob der neue Weg wirklich besser ist!
Und ja, scheitern ist immer eine Option…

Doch überlege das nächste Mal, wenn du vor einer „Soll-ich-loslassen“-Entscheidung stehst: Sind die 5% Befürchtungen, die wahr werden können, so schlimm, dass du lieber noch weiter in dem Alten bleibst, das dich nicht zu 100% erfüllt und glücklich macht?

Und by the way: Hätte ich damals einfach meinen Regenschirm schon direkt ausgetauscht, als er kaputt gegangen ist, wäre ich bei dem regnerischen Spaziergang wohl weniger nass geworden. Okay, höchstwahrscheinlich eine sehr schwaches Argument in diesem Bereich – aber es war einen Versuch wert!

Neuanfänge lieben und Mut trainieren – so funktioniert’s!

Kennst du das Gefühl, wenn dein ganzer Körper vibriert und kribbelt, weil du dich endlich getraut hast? Und wie deine Augen auf einmal strahlen und du die ganze Welt umarmen könntest, weil du durch deine Angst gegangen bist? Du hast das sicher schon oft gehört, doch in der Wiederholung steckt ja immer ein gewisser Zauber 😉 Deshalb hier noch mal: Die Angst existiert nur in unserem Kopf. Genauso das Loslassen. Ich stelle mir immer meine Angst wie einen Heliumballon vor. Wenn ich mich einmal dafür entschieden habe loszulassen, muss ich nur meinen Griff um die Schnurr des Ballons lockern und zack: steigt er nach oben und ist innerhalb von wenigen Minuten schon nicht mehr in meinem Sichtfeld …
Und wenn du loslässt, hast du beide Hände frei für etwas Neues! Und das wartet meist direkt schon hinter dir darauf entdeckt zu werden 😉

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