Schwarz-Weiß-Denken: Warum Gleichberechtigung und Toleranz auch heute noch keine Normalität sind

Geboren werden wir alle gleich. Sterben müssen wir auch alle. Und wie dazwischen mit uns umgegangen wird, bestimmt unsere Hautfarbe, unser Geschlecht und unsere Kultur. Die #blacklivematters-Kampagne hat die ganze (Social Media) Welt aufgerüttelt und uns jegliche Farben aus dem Alltag gestrichen. Meine Meinung dazu in diesem Beitrag.

Bäm – und auf einmal sind sie alle schwarz. Also die Posts meine ich.

Seit dem polizeilichen Vorfall in der USA tut sich einiges bei uns in der Gesellschaft. Doch meine traurige Erkenntnis: Braucht es wirklich „erst“ einen toten Afroamerikaner, um das Thema wieder präsent werden zu lassen? Und überhaupt: Wieso gibt es Rassismus und die unterschiedliche Behandlung von Menschen auch noch im 21. Jahrhundert? 

In einer doch so aufgeklärten Welt, in der (angeblich) alles möglich ist und Du sein kannst, wer Du möchtest?

  • Dass Frauen in den gleichen Jobs weniger verdienen als Männer ist bekannt – und wird gekonnt ignoriert.
  • Dass nur die weiße Hautfarbe Menschen privilegiert, soll nicht wahr sein – und ist doch für viele normal.
  • Dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Kultur direkt als „assozial“ oder „kriminell“ eingestuft werden, wird abgelehnt – und ist doch Alltag für viele.

Nein, ich stehe nicht regelmäßig vor dem Bundestag und demonstriere gegen diese Ungerechtigkeit und gegen ungleiche Behandlung. Und weißt Du warum nicht? Weil ich es mir nicht täglich vor Augen führe und mich nicht weiter damit auseinandersetze – shame on me!
Auch ich gehöre zu diesen Menschen, die erst wieder durch eine „Schock-Nachricht“ an wichtige Themen erinnert werden müssen. 

Ich möchte in diesem Blogbeitrag kein politisches Statement abgeben oder eine Moralpredigt halten – das können andere viel besser als ich, stimmt’s Em?

Mehr Achtsamkeit für sich und andere

Mein Ziel ist es zu mehr Achtsamkeit aufzurufen. Wir nehmen viel zu schnell alles für selbstverständlich und als gegeben hin. Dabei gibt es so viele Menschen, die noch immer für ihre Rechte kämpfen „müssen“ und die ohne die #blacklivematters – Kampagne sicher auch in den nächsten Monaten ungehört geblieben wären.

Auch ich kenne Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind und es aufgrund ihrer Hautfarbe schon immer schwerer hatten und sich viel stärker mit dem Thema Akzeptanz und Selbstwert auseinandersetzen müssen. 

Bei meiner Reise durch Südostasien – jap, ich weiß, super Influencerlike und so – ist mir zum ersten Mal aufgefallen, wie offen und tolerant die meisten (jungen) Menschen sind. 

Egal ob wir die selbe Sprache sprachen oder den selben kulturellen Background hatten, wir haben ein Bier zusammen getrunken und uns lachend am Strand verabredet. Und warum? Weil es völlig egal ist, wie jemand aussieht und woher er kommt. 

Nicht nur posten – sondern Integrität und Toleranz leben!

Und ich glaube fest daran, dass es jetzt besonders an uns jungen Menschen liegt dieses offene Mindset gegenüber allen Menschen verstärkt weiterzugeben und vor allem zu LEBEN.

Gut und schön, wenn das bedeutet einen schwarzen Post „abzufeuern“. Doch viel wichtiger ist es, diese Einstellung im Alltag zu leben. Sich für Aufklärung einzusetzen, nicht über rassistische Witze zu lachen und die eigenen Stimme zu erheben, wenn Ungerechtigkeit aufkommt. 

Ich habe durch diese „Kampf-gegen-Rassismus“-Kampagne selbst wieder einmal gemerkt, wie sehr es auf jeden Einzelnen ankommt und was geschieht, wenn auf einmal JEDER auf dieses Thema aufmerksam macht. Erst wenn Licht auf die blinden Flecken fällt, kann der Heilungsprozess beginnen – it’s true!

Ich wünsche mir, dass meine Kinder in ein paar Jahren solche rassistischen und tragischen Situationen nur noch als schockierende Ausnahmen kennen, weil es für sie dann normal ist, in einer wertschätzenden Welt zu leben, in der jeder sein darf, wie er ist. Egal wie er aussieht, welche Religion er hat und wen er liebt.

Fang bei Dir selbst an: Wertschätzung und Respekt

Und wir dürfen dabei zu erst bei uns selbst anfangen. Das eigenen Wesen akzeptieren und tolerieren. Uns nicht für jeden Fehler abwerten und den Eigenhass schüren. Frieden beginnt bei mir selbst. Bewusst Ankommen bei mir – Liebe zeigen – jedem da draußen.

Bunt, verrückt, unterschiedlich und dennoch sind alle liebenswert – so müssten wir uns selbst und uns gegenseitig begegnen, meinst Du nicht auch?

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hartmut Falk sagt:

    Es ist ja alles richtig. Aber warum erst jetzt. Immer schon, bevor irgendwelche Katastrophen oder anlassbedingte Proteste aufkommen sollte man ACHTSAM, HILFSBEREIT, HÖFLICH gegenüber jedermann/frau usw. sein. Und ja, als gleichberechtigt sollte man immer schon seine Mitmenschen behandeln. Traurig, dass dafür z.T. Menschen sterben und leiden müssen bevor das mal allen klar wird. Und bevor alle nach dem Kant’schen Imperativ handeln.

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    1. Miriam sagt:

      Das sehe ich genauso, Hartmut! Ich glaube, dass solche Aktionen und nachfolgende Proteste zum Wachrütteln nötig sind – leider. Zumindest so lange, bis diese Achtsamkeit zu unserer Normalität wird und alle mit wachen Augen durchs Leben gehen.

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  2. Es ist in der Tat sehr traurig, dass es erst wieder einen heftigen „Vorfall“ geben musste, dass die Menschen verstehen, dass Rassismus immer noch täglich passiert.

    Da ich ehrenamtlich politisch aktiv bin, bekomme ich dieses eher mit, als die „nicht-politischen“ Menschen. Das sehe ich an meiner Freundin, die mich immer ganz irritiert anschaut, wenn ich ihr von Alltags-Rassismus erzählte (der Auslöser war damals eine Anti-Rassismus-Veranstaltung meiner Partei).

    Das Traurige ist, dass ich von diesem alltäglichen Rassismus, den Viele gar nicht mehr erkennen, mehrmals schon Zeugin wurde.In den meisten Fällen, bis auf einmal, habe ich immer etwas gesagt und musste mich dann ebenfalls beleidigen lassen…Das ist schon heftig!
    Auch war ich schon dabei, wie eine Kollegin von mir, sie ist halbe Mexikanerin, rassistisch angegangen wurde. Sie hat sich selbst gewehrt und ich war einfach nur sprachlos…!

    Du hast Recht: Wenn das Ganze irgendwann ein Ende haben soll, dann müssen wir bei uns selbst anfangen. Ein alter Politprofi hat mir mal gesagt, Du muss so lange auf die Missstände aufmerksam machen, bis es sie nicht mehr gibt. Das habe ich mir zu Herzen genommen und verfolge dies bis heute.

    Packen wir es an, mit Respekt zu mehr Menschenliebe!

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    1. Miriam sagt:

      Starke Worte, danke! Ich sehe das genauso – also eine fette Portion Liebe für alle! 🙂

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      1. Danke.
        Wie heißt es so schön: Make Love, not war ❤

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