#11 Hej, Sverige! Wenn Deine Familie plötzlich Multi-Kulti ist

Globalisierung. Ein tolles Buzzword.
In den letzten, mittlerweile schon 3 Jahren, haben wir jetzt ganz offiziell auch in unserer Familie den Multi-Kulti-Status erreicht – hervorragend!

Und zu verdanken haben wir ihn meiner Schwester, die beschlossen hat, dass ihre zukünftigen Kinder lieber die melodischen Namen wie Larson, Wilma oder Axel tragen werden. So eine schwedische Herkunft hat doch was! 

Die Schwedenliebe ist schon sehr früh auf meine Schwester übergegangen, ohne, dass sie davon wirklich wusste. Denn schon im Mutterleib haben die positiven Glücksgefühle meiner Mutsch zu diesem Thema auf sie eingewirkt – ich scheine wohl resistent dagegen gewesen zu sein. 

Und da meine Mutsch ja ein Manifesting Super-Hero ist, ging nun vor drei Jahren endlich ihr Traum in Erfüllung, einmal nach Schweden zu reisen und dort schwedische Freunde zu finden – Grüße gehen raus an die zukünftigen Schwiegereltern von Em!

Wir lieben unseren Schweden – das meine ich ernst!
Es wird sogar extra jedes Mal für ihn seine nationale Flagge gehisst, sobald er Fuß auf deutschen Boden gesetzt hat – hipp, hipp, hurra!

Und wenn er Glück hat, werden auch schwedische Servierten gekauft, oder zumindest ein paar schwedischen Wimpeln im Wohnzimmer aufgehängt – det som måste göras måste göras!
Das Heimatgefühl soll ja 2000 km weiter nicht verloren gehen!

Es gibt da nur ein Problem: Die Sprachbarriere

Also wenn es jetzt ein Engländer, Amerikaner, Spanier oder Franzose gewesen wäre – pas de problème! Aber ein Schwede?
Wie soll das denn sprachlich funktionieren? Darauf sind wir in der Schule zumindest nicht gut vorbereitet worden.

Gut, dass es die Babble-App gibt, mit der man ganz einfach in nur wenigen Wochen Jahren eine neue Sprache lernen kann. Und bis dahin sprechen wir einfach Englisch – it’s fine!

Für wen es allerdings gar nicht fein ist: meine Großeltern.
Meine Lieblingsmomente sind die, in denen Opa seine Stimme anhebt und eeeeeextra langsam die (deutschen) Sätze (mit unserem örtlichen Dialekt angereichert) ausspricht, damit der Schwede sie versteht – sehr wirksame Methode! 

Ich glaube, er hat dadurch schon einige Wörter verinnerlicht, odder wos meenste? 😉

Jedenfalls mutieren wir bilingualen Sprachtalente dann jedes Mal zum Google-Übersetzer und vermitteln zwischen den beiden Generation. Und ratet mal, wer diesen Job am liebsten macht?
Absolut richtig- meine Mutsch ist da ganz vorne mit dabei!

Mein Bruder und Em sind quasi während ihrer Kindheit zweisprachig aufgewachsen, so viel wie die beiden auf englischen Seiten unterwegs gewesen sind und sich Serien und anderes Entertainment-Programm in der Weltsprache reingezogen haben.
Deshalb können sie diese Sprachbarriere bzw. riesen Hemmschwelle nicht nachvollziehen.

Live-Stream Papa und ich tun uns da wohl noch schwer. Wobei ER in solchen Situationen sichtlich entspannt bleibt und dann einfach ein paar deutsche Wörter mit einwirft, die er schwedisch ausspricht – skitkul!

You don’t know? Just smile!

Der Schwede fasst diesen Spießruten-Lauf aka „oh-gott-was-heißt-denn-das-schon-wieder-auf-englisch?“ entspannt auf. Unsere Zeugnisbewertung dafür würde doch glatt lauten: „sie bemühten sich redlich.“– tack! 

Peinlich wird es dann erst, wenn jemand (also ich) versucht einen Gag zu machen oder dem Schweden schlagfertig zu antworten – da streikt mein Hirn doch glatt wegen englischer Überlastung und am Ende bleibt mir nur ein fettes Grinsen, das die Situation retten soll.
Ich könnte es das nächste Mal einfach mit französisch probieren 😉

Oder zum Trinkspruch aufrufen – denn den kenne ich mittlerweile auch auf schwedisch und wird besonders von den Freunden meiner Eltern gefeiert.

Und bis es soweit ist, dass wir alle sprachlich (!) auf einer Wellenlänge sind, schenken wir ihm einfach weiter munter die „ich-lerne-deutsch-mit-meinem-ersten-bilderbuch“-Exemplare. 

Aufgeben ist keine Option!

Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis wir entweder schwedisch können – „hej“ – oder bis er irgendwann zu uns rein kommt und sagt: „Schön, dass ich wieder im sonnigen Deutschland bin.“

____________________

*Fettes Danke geht raus an Em und den Schweden, die die fachgerechten Ausrufe für diesen Artikel geliefert haben – Google Übersetzer muss halt auch noch an seinem schwedisch feilen!

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hehe klingt nach lustigen Zusammenkünften.

    Ich kenne das mit Dänen. Meine Freundin hatte mal einen dänischen Freund (er war Erasmus-Student bei uns auf der Uni); da lief die Kommunikation ähnlich.

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    1. Miriam sagt:

      Das ist es auf jeden Fall- da ist Lachen vorprogrammiert!

      Das glaube ich Dir, wobei es das auch oft interessant macht, weil jeder die eigenen Komfortzone verlässt 😉

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      1. Das ist richtig.
        Leider hat die Liebe nur für ein Semester gereicht und mit seiner Abreise sind dann auch meine wenigen Dänischkenntnisse verloren gegangen…

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      2. Miriam sagt:

        Ups… das ist wirklich schade! Aber die Kenntnisse kannst Du ja jederzeit wieder auffrischen 🙂

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      3. Das stimmt 🙂

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