#5 Meine 3 inspirierenden Trends für Deine Quarantäne-Zeit zuhause #LaChe-20

Für viele heißt es seit fast schon 7 Wochen: Hausarrest. Aber nicht, weil sie sich etwas zu Schulden kommen gelassen haben, wie das früher bei dem ein oder anderen der Fall gewesen sein könnte – nein.

Wir tun das hier diesmal freiwillig – gut, die Bayern wurden mehr oder weniger dazu verdonnert. Dafür können sie jetzt die Zeit gut nutzen, um ihre Dirndl und Lederhosen zu polieren und sich schon einmal auf ihr Highlight des Jahres vorzubereiten. Zumindest dachte man das noch bis vor einer Woche: Jetzt sieht die Sache schon anders aus und die Trachten wandern ungetragen zurück in den Kleiderschrank. Schade Schokolade.
Aber ich wäre sowieso nicht dabei gewesen…

Meine Quarantänezeit habe ich mir bis jetzt auch ohne Dirndl mit den folgenden 3 Trends versüßt – vielleicht erkennst Du Dich in dem ein oder anderen wieder 😉

Trend #1: Beschränkung auf das Wesentliche

Das Gute an dieser Quarantäne ist ja die Beschränkung auf das Wesentliche in den eigenen vier Wände. Da bekommt der Minimalismus eine ganz neue Bedeutung!
Ich holte kurz vor dem Ausgangsverbot in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einige Sachen in meiner WG ab, um sie in meine alte/neue Heimat für die nächsten Wochen zu transportieren. Um nichts Lebensnotwendiges zu vergessen schrieb ich mir eine Überlebens-Packliste.
Denn Safety first – in allen Lebensbereichen, meine Freunde!

Meine wichtigsten Sachen für den bevorstehenden temporären Umzug:

  • die zwei restlichen 2 Eier im Kühlschrank: gut, dass ich immer nur wenig Essen vorrätig habe
  • 1 PC Bildschirm + Laptop: für den perfekten Home-Office Arbeitsplatz
  • 2,5 Klopapierrollen: Wenn es hart auf hart kommt, können wir diese wenigstens gegen eine Nudelpackung eintauschen
  • 3 T-Shirts und 2 Hosen: ganz nackt kann man schließlich nicht morgens beim Zoom-Call mit den Kollegen teilnehmen
  • Steuerunterlagen von 2019: wenn nicht jetzt, wann dann?
  • 4 Proteinriegel und meine Hanteln: Vielleicht klappt es ja zuhause mit dem Muskelaufbau!
  • und zu guter Letzt meine Musik-Lautsprecher: Irgendwie muss man sich ja das Leben schön tanzen

Das sollte reichen.

In meinem alten/neuen Zuhause angekommen stand ich in meinem „Wer-ausgezogen-ist-bekommt-das-Zimmer-unten“-Wohnbereich und starrte umher. Statt dieses Jahr in den all-inklusive Urlaub zu fahren, verbringe ich ein paar wunderschöne Woche im kostenfreien Hotel Mama. Hat was, oder?

Trend #2: Futterneid und deepe Gespräche beim Essen

Wir sind keine normale Familie, bei der die Mitglieder den ganzen Tag machen, was sie wollen und z.B. ihr Essen holen, wann sie Hunger und Lust haben. Nein.
Bei uns gibt es geregelte Essenszeiten und einen Essensplan – bei dem grundsätzlich die Angst bei jedem aufkommt, nicht satt zu werden. Was übrigens noch nie der Fall war!

Was ich ganz besonders an meiner Familie schätze, sind die Gespräche beim Essen. Bestimmte Themen ploppen dann immer wieder hoch. Bei uns ist das z. B. das Abnehmen.
Ich persönlich finde den Zeitpunkt für dieses Thema beim Essen äußerst unpassend gewählt und zeige meine Ablehnung demonstrativ, indem ich mir noch einmal den Teller volllade.

Oder die vielen psychologisch, spirituellen Themen, die es jedes Mal auf den Tisch schaffen, ohne vorher heruntergeschluckt zu werden – sehr zum Leidwesen meines Bruders.
Wenn der vor 17 Jahren gewusst hätte, dass beide Eltern später im Coaching-Bereich tätig wären, hätte er sich das mit der Niederlassung in diesem Nest sicher noch mal überlegt.

Der beste Zeitpunkt ist jedoch immer dann, wenn mein Bruder gegen Ende seines ausgiebigen Essens sein Handy zückt und grinsen muss. Dann kommt immer ein „Was gibt’s da zu lachen? Wir wollen das auch sehen!“, von allen anderen Mit-Essern.
Und dann passiert das Unwitzigste für meine Eltern, was man sich nur vorstellen kann: Memes.
Für mich ist dieser Teil jedoch der Beste, denn dann fängt mein Bruder entweder an, sich seine Hand vors Gesicht zu schlagen und zu stöhnen, wieso denn keiner das Meme checkt oder meine Mama stellt nach 5 Minuten erschrocken fest: „Oh, da ist ja noch ein Text in der Ecke.“

Trend #3: Täglicher Auslauf für den Summerbody

Ha! Damit hat die Regierung wohl nicht gerechnet, als sie damals die Ausgangsbeschränkung verhängte: Ein Boom auf Feldern und Wäldern. Reimen kann ich!
Und wer war ganz fett vorne mit dabei? Ich natürlich.

Denn ich konnte meine Füße einfach nicht still halten – vielleicht kam es durch das viele Essen und die Gespräche über das Abnehmen. Jedenfalls war ich on fire: egal ob um 6:55 Uhr vor der Arbeit, um 16:30 Uhr nach der Arbeit oder sogar um 12:56 Uhr, wenn gerade so noch 10 Minuten Zeit vor dem Mittagessen war – ich lief und lief und lief.

Nach vier Wochen hatte ich dann wahre Freunde auf meiner Strecke gefunden.
Grüße gehen raus an den Dackelbesitzer mit Kopfhörern morgens am Feldrand, an die Damen mit Walkingstöcken am Abend und an den Traktorfahrer, der erstaunlich viel Arbeit zurzeit hat.

Und wer wollte mich mal wieder übertrumpfen? Richtig, mein Live-Stream Papa.
Selbst als es schon dunkel war, drehte er noch seine einsamen Runden im Ort. Manchmal liefen wir uns auch über den Weg oder zogen gemeinsam los. Unser Ziel: 10.000 Schritte – täglich!

Übrigens übertreib ich nicht! Tatsächlich schrieb mir ein Nachbar, ob alles okay wäre, er hätte mich in letzter Zeit so oft spazieren gehen sehen… Okay?! Das ist gar keine Ausdruck für meinen aktuellen Gemütszustand. Anzeige ist raus!

Das Laufen hat sich übrigens bemerkbar gemacht: Ich krepiere nicht mehr nach 5 Minuten Hügelaufstieg und 20 Minuten Dauerlauf – läuft bei mir!
Und meine Haut sieht auch ohne Selbstbräuner wie von der Sonne geküsst aus – okay zugegeben, es ist mehr schwedische Sonne. Aber hej!

Bikini ready? Kein Stress! Den Balkon kann man bei uns auch ganz gut mit allen möglichen Betttüchern abhängen, sodass man „Wind- und Gaffer geschützt ist“ – mehr scheint dieses Jahr wohl eh nicht drin zu sein.