#1 Eine neue Form der Begeisterung: Da löppt der Lachs

Es ist 13:18 Uhr. Meine komplette Familie sitzt am Tisch und freut sich auf das noch heiß dampfende Mittagessen vor uns. Während sich jeder die größten Portionen auf den eigenen Teller schaufelt (Futterneid ist hierbei ein großes Thema), erzählt mein 17-jähriger Bruder von seinem bisherigen Tag. Mit halbem Ohr dabei und mit dem anderen schon wieder in Gedanken woanders, schnappe ich einen Wortfetzen auf, der meinen kompletten Wortschatz für die nächsten Monate revolutionieren sollte: „…da löppt der Lachs.“

Halleluja! Was war das denn?
Meine Augen fixieren jetzt den vollen Mund meines Bruders.
„Was bitte?“, ich muss mir ein Lachen unterdrücken.
„Da löppt der Lachs so richtig, Mimi.“, zwinkert er mir zu.
Was um alles in der Welt ist denn ein löppender Lachs? (Liebe Autokorrektur, dieses Wort gibt es wirklich!)

Bekannt geworden ist der Spruch natürlich – wie immer – durch einen YouTuber. Name dieses Wortneuschöpfers und Grund des Spruchs habe ich auch direkt wieder vergessen. Unwichtig.
Doch eins ist geblieben: Die Faszination für diesen neuen Ausdruck.

Und wenn mich etwas wirklich begeistert, dann nutze ich es so oft wie möglich.

  • Im Call mit Kollegen: („Auf jeden Fall. Da löppt der Lachs!“)
  • Im Gespräch mit Freunden: („Das dachte ich mir auch. Da löppt der Lachs!“)
  • Als Lob für meine Mama. („Lecker gekocht. Da löppt der Lachs!“)
  • und natürlich um meinen Bruder so richtig auf die Nerven zu gehen: („Klar! Da löppt der Lachs!“)

Ich bin ja konsequent in meinem Tun. Sehr zum Leidwesen meines Bruders, der diesen Satz für die nächsten 4 Wochen nicht mehr in den Mund nahm.
Und ich wurde sogar mit der Zeit noch kreativer mit den Erfindungen. Ich stellte auf einmal Vergleiche auf („das ist ja noch besser als ein löppender Lachs“) oder wandelte den Spruch für mich um („ja da löppt’s ja so richtig bei Euch!“).

Als ich es mit meinem Löppen auf die Spitze trieb, bekam ich ein genervtes „Alter, Du benutzt das komplett im falschen Zusammenhang. Anzeige ist raus, Mimi!“ von dem Überbringer dieser frohen Botschaft.
Noch im selben Moment bereute er seine Aussage.
Was? Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf, doch eins stand fest: Ich hatte ein neues Lieblingswort, die Anzeige dafür ist auch schon raus!